Mit dem Abschluss des Mediationsprozesses im letzten Seminar, der eine Familienmediation behandelte, fokussierten wir uns bei diesem Termin auf die Mediation im betrieblichen Kontext. Die Schritte sind dieselben wie in der Familienmediation, werden zum Teil aber anders benannt. Aus dem 2. Schritt, der „Themensammlung“, wird die „Konfliktdarstellung“ und aus dem 3. Schritt, der „Interessenfindung“, die „Konflikterhellung“.

Bei Mediationen im betrieblichen Setting lässt sich das Problem oftmals auf ein Oberthema reduzieren, da solche Konflikte meistens nicht so komplex und emotional tiefgehend sind wie beispielsweise eine Scheidungsmediation. Besonders bei einer betrieblichen Mediation gibt es die Möglichkeit und teilweise auch die Notwendigkeit zunächst Einzelgespräche mit den MediandInnen zu führen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn es sich um einen hierarchischen Konflikt handelt, beispielsweise einer/m Vorgesetzen und einer/m Angestellten. Außerdem wird eine Mediation normalerweise von einer nicht direkt vom Konflikt betroffenen Person – wie z.B. der Personalabteilung – vorgeschlagen und bei dem/der MediatorIn angefragt. Das Erstgespräch dient dann vor allem dazu, den Mediationsprozess zu erklären und das Ziel der Mediation zu erfragen.

Nach der Selbstreflexions-Aufgabe, die dieses Mal eine Aufgabe zum Reflektieren eigener Konflikte im beruflichen Leben war, wurde deutlich, dass ein gutes Konfliktmanagement auch im Jahre 2019 noch lange nicht in allen Betrieben angekommen ist, wobei an sich ein großer Bedarf nach einer professionellen, allparteilichen und fairen Lösungsfindung vorhanden ist. Dabei waren wir uns alle einig, dass gerade die Mediation – also das Hinzuziehen eines neutralen, geschulten Dritten – ein sehr gutes Tool ist, um gemeinsam eine zufriedenstellende Lösung auszuarbeiten oder auch nur die Gelegenheit zu haben, sich seine Wünsche und Bedürfnisse ehrlich in einem sicheren Rahmen von der Seele zu reden.

Auffällig war an dieser Stelle vor allem, wie viel wir aus unseren eigenen Konflikten lernen können, wenn wir unser eigenes Ego überwinden können und bereit sind, wieder miteinander zu reden.

Ich persönlich konnte zu dem Thema (noch) nicht so viel berichten, da ich bisher noch nie länger in einem Job gearbeitet habe und auch noch keine nennenswerten Konflikte überwinden musste, aber die Erfahrungen und Geschichten der anderen TeilnehmerInnen des Seminars waren umso interessanter für mich anzuhören, da man auch von den Erfahrungen anderer sehr viel für sich selber lernen kann.

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