Im 6. Basisseminar haben wir die betriebliche Mediation noch einmal in Rollenspielen in Einzel- oder wahlweise auch Co-Mediation geübt, wobei von den Ausbilderinnen Bernadette und Kyra der Fokus vor allem auf die Verhandlungsphase gelegt wurde.

Es gibt verschiedene Verhandlungsstrategien, die wir ausprobieren konnten, die von „Verändern“ der Optionen z.B. über die Möglichkeit der Vergrößerung der Verhandlungsmasse, über die „Setzung und Verknüpfung von Prioritäten“ und „Veränderung des Blickwinkels“, bis hin zu „Arbeit mit Bildern“, der „Entscheidung durch Schicksal und andere Instanzen“ und dem „Vertagen“ des Gesprächs zu einem späteren Zeitpunkt reichen. Die große Anzahl an möglichen Verhandlungsstrategien bietet der/dem MediatorIn die Möglichkeit, auch in besonders schwierigen Fällen auf ein weit reichendes Repertoire zurückzugreifen, denn nicht jede Strategie eignet sich bei den verschiedenen, individuellen Persönlichkeiten, Beziehungen und Geschichten der MediandInnen.

Außerdem haben wir in der Selbstreflexionsaufgabe auch über unser eigenes Verhandlungsverhalten nachgedacht und uns in Kleingruppen darüber ausgetauscht. Die Gefahr der Eskalation des Konfliktes ist jederzeit gegeben, weswegen wir im nächsten Schritt über die Möglichkeiten der De-Eskalation gesprochen haben. De-eskalierende Maßnahmen sind beispielsweise die Möglichkeit „Dampf abzulassen“, „persönliche Spannungen zu thematisieren“, das „Normalisieren von starken Gefühlen“, damit sich die MediandInnen gehört und gewürdigt fühlen, das „Re-Formulieren“ von aggressiven und ultimativen Äußerungen oder auch die „physische Unterstützung des Spannungsabbaus“ bei hoch eskalierenden Situationen durch vorübergehende Trennung der Beteiligten oder auch der Vertagung auf den nächsten Termin.

Abschließend haben wir bei diesem Seminar noch über die rechtlichen Regelungen von Mediationen gesprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Begriff des Mediatiors rechtlich noch nicht besonders sinnvoll geschützt, Mediator/in kann sich momentan noch jede/r nenne, der von sich selber annimmt, die nötigen Kompetenzen auf irgendeine Weise erlernt zu haben.

Aus diesem Grund wurde uns eine Zertifizierung über den BAFM (der Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation) von den Ausbilderinnen empfohlen.

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