Bei dem 2. Termin der Ausbildung wandten wir uns den nächsten beiden Phasen im Mediationsprozess zu – der Themensammlung und der Interessensfindung. Dabei wurde uns zunehmend deutlich, wie viel Feingefühl und Übung in der Mediationspraxis gefordert werden und wie bereits kleine Veränderungen in Formulierungen die Kommunikation verbessern können.

Das Ziel einer Mediation ist es ja, eine gemeinsame, eigenverantwortliche Lösung des bestehenden Problems zu erarbeiten und damit die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.

Im Mediationsprozess werden die Beteiligten – oder auch Medianden genannt –  in der 2. Phase des Prozesses, der Themensammlung, dazu angehalten, sich zu überlegen, welche Themen für sich wichtig sind, angesprochen und ausdiskutiert werden sollen. Die Medianden machen dafür unter sich aus, wer damit beginnen darf, der jeweils andere hört dabei zu, ohne reinzureden und danach werden die Rollen getauscht. Am Ende dieser Phase entscheiden sich die Medianden auf ein Thema, mit dem sie beginnen wollen.

Danach folgt die Überleitung zum nächsten Schritt – der Interessensfindung. In diesem Schritt geht der/die Mediator/in wieder in Einzelarbeit auf die Interessen und darunter liegenden Bedürfnisse der Medianden ein, was aufgrund der Emotionalität, die den meisten verhärteten Konflikten zugrunde liegt, auch eine längere Zeit dauern kann. Nach Abschluss der Interessenfindung des ersten Medianden folgt dann natürlich noch die Arbeit mit dem jeweils Anderen. Nachdem die Interessen und Bedürfnisse beider Beteiligten gesammelt wurden, sollen die Medianden versuchen, sich in die jeweils andere Position hineinzuversetzen und diese nachzuvollziehen.

An dieser Stelle endete das 2. Seminar dann. Die Erkenntnisse aus der Ausbildung lassen sich natürlich auch in das eigene Kommunikationsverhalten integrieren. Dabei denke ich vor allem daran, wie schwer es mir manchmal – vor allem in hoch emotionalen Konflikten – fällt, einen Schritt von meiner eigenen Position zurückzugehen und zu versuchen die Gegenseite zu verstehen. Oftmals lässt sich ein Problem viel leichter lösen, wenn das eigene Ego nicht im Weg rumsteht und wenn wir beginnen, offen über unsere Gefühle zu reden.

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