Wo erlebst Du Konflikte in Deinem Umfeld?

Von welchen warst Du schon selbst betroffen? Welche hast Du bei anderen beobachtet?

Diesen Blogeintrag habe ich während meinem Sommerurlaub 2018 in Tadschikistan mit meiner Familie verfasst. Mit dabei waren meine Schwester mit ihrem Mann und meine Mutter, meine Tanten und mein Onkel und einige meiner Cousinen. Familientreffen bieten – wie wir vermutlich alle wissen – viel Konfliktpotential.

Meinungen entsprechen sich nicht immer und manchmal eben nicht mal ansatzweise und Verständnis zu zeigen, wenn die Menschen, die man eigentlich lieben sollte, Meinungen äußern und Verhaltensweisen zeigen, die gegen die eigenen Ideale und Moralvorstellungen sprechen, ist schwer.

Schon früher als Kind war es schwer für mich mitanzusehen – bzw. besser zu hören – wenn meine Mutter mit meinen Tanten und vor allem mit meinen Onkeln diskutiert hat. Damals konnte ich die Themen dieser Diskussionen kaum verstehen (zudem wurden sie auf Russisch geführt). Da mir aber schon als Kind klar war, dass meine Mutter von Werten wie Gerechtigkeit, Liebe und Toleranz geleitet wurde, verstand ich nicht, warum da so viel gestritten wurde – warum sollte man sich darüber streiten, dass jeder Mensch die gleichen Chancen verdient, egal wo er herkommt?

Zum Zeitpunkt meines Urlaubes war ich eine relativ frisch gebackene Veganerin und habe mich zuvor sehr intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Mir geht es sehr nah, was wir dem Planeten, den Tieren und weniger privilegierten Menschen und letztlich uns selber mit unserem Konsum antun und wie viel Leid wir damit produzieren – und unsere Augen davor verschlossen halten.

Mir war schon zu Beginn der Reise klar, dass diese nicht leicht werden würde für mich, zumal Tadschikistan ein Land ist, in dem das Konzept des Veganismus noch gar nicht angekommen ist. Die Menschen da haben andere Probleme und zudem laufen die Kühe und Ziegen hier frei rum und gehören noch den Menschen – deren Leben abhängig von diesen Tieren ist. Anders als bei uns.

Dass der größte Konflikt allerdings mit meiner Cousine – mit der ich mich immer am besten verstanden habe und von der ich weiß, dass sie Tiere liebt – sein würde, hätte ich nicht erwartet. Lernen konnte ich aus den Tagen allerdings, wie wichtig das „Wie“ des Kommunizierens ist, denn wenn die Ebene des „wie“ nicht passt, wird auch das „was“ nicht richtig ankommen. Während der Reise habe ich das „wie“ leider bei Zeiten komplett verhauen, was mich allerdings darauf aufmerksam gemacht hat, wie wichtig diese Ebene eigentlich ist und welcher ich mich im Anschluss zugewandt habe. Zum einen mit Hilfe von Literatur, zum anderen mit dem Beginn der Ausbildung. .

Kommunikation ist etwas, das man – wie jede andere Fähigkeit – erst erlernen muss und „richtige“, erfolgversprechende Kommunikation geht über das hinaus, was wir in den meisten Fällen durch unsere Sozialisation erlernen. Sich selber mit seinem eigenen Kommunikationsverhalten und seinen Abwehrmechanismen auseinanderzusetzen ist, so glaube ich, Voraussetzung dafür, anderen Menschen bei ihren Problemen in diesem Bereich zu helfen. Die Ausbildung zur/zum Mediator/in ist eine Möglichkeit, dies zu tun.

 

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